Erfahrungsbericht Trimmmaschine Karhia Pro

Die Finnen haben es erfunden - Ende 2017 kommt die bislang erste und einzige Trimmmaschine für Hunde auf den Markt.

Im Netz existieren die Beschreibung des Herstellers und einige Videos, die die Maschine bei der Arbeit zeigen. Das Gerät macht darin einen guten Eindruck, aber wie sieht es in der Praxis aus?
Im Frühjahr 2018 wird die Trimmmaschine auf der Interzoo Heimtiermesse in Nürnberg erstmals in Deutschland gezeigt. Wir waren dort, haben uns von der Arbeit der Karhia Pro überzeugt und gleich ein Testgerät mitgenommen. Nachfolgend möchte ich meine ersten Eindrücke und Erfahrungen damit teilen.

bertrimmen-Irish-Terrier-TrimmmaschineZupft oder schneidet die Maschine das Fell?
Das ist häufig die erste Frage und sie ist schnell beantwortet. Das Gerät zupft definitiv, genau so wie es die Finger des Trimmers machen würden. Wenn man die Karhia Pro in der Hand hält merkt man schnell, daß sich hier jemand Gedanken gemacht hat, der selbst professionell Hunde trimmt. Das Prinzip ist ein kleiner Greifarm mit aufgesetztem Gummischuh, der mit schnellen und gleichmäßigen Bewegungen nach dem Fell greift. Gegenstück ist ein frei laufendes Gummiband, ähnlich einem Fließband. Darauf werden die Fellspitzen gegriffen, gezogen und abtransportiert, der Anpressdruck ist stufenlos einstellbar. Die Länge ist durch einen Aufsatz einstellbar und somit auch die Menge der gegriffenen Haare.
An die Trimmmaschine angeschlossen wird ein handelsüblicher Staubsauger, der zum einen die Haare ansaugt, gezupftes Fell absaugt und zudem für die Kühlung der Maschine sorgt. Für ausreichend Handlungsfreiheit beim Trimmen sorgt ein 2,5m langer Schlauch, der nach Belieben verlängert werden kann. Dieser führt zu einem Sammelbehälter für das lose Fell, der sogenannten Tube. Hier sammelt sich sichtbar das herausgearbeitete Fell und lässt nichts in den Staubsauger durch.

Der Gedanke an eine Maschine suggeriert zunächst daß man schnell über den Hund scheren bzw. in diesem Fall trimmen kann. Dies ist erst einmal nicht der Fall. Der Vorgang des Trimmens dauert beim ersten Einsatz zeitlich genau so lange wie das Trimmen von Hand. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit mir bei der Vorführung des Herstellers auf der Messe ein paar Handfertigkeiten abzuschauen. Das ist durchaus hilfreich gewesen, denn andernfalls wäre ich vielleicht bei der ersten Nutzung etwas enttäuscht gewesen. Es braucht tatsächlich ein paar Übungen bis man mit der Funktion der Maschine vetraut ist. Aber dann... ;)

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Wie beim Handtrimmimg auch arbeitet man zunächst eine Anfangsstelle aus. Von hier aus arbeitet sich die Trimmmaschine voran. Dabei kann sie deutlich mehr als "alles runter" nehmen. In der Zwischenzeit habe ich zwei meiner Hunde nach 4 Wochen nochmals übergetrimmt und kann mir sofar vorstellen einen Rolling Coat damit zu erreichen. Bestehende Unterwolle bleibt komplett stehen, keine kahlen Stellen, nicht mal an diffizilen Stellen wie Nacken oder Fellwirbel.

vorher - nachher

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Die Vorteile:

  • schonend für Finger, Handgelenke und Schulter des Groomers
  • sehr einheitliches professionelles Ergebnis im Fell
  • 100% gezupft, nicht ein geschnittenes Haar
  • schonend für den Hund durch gleichmäßiges Arbeiten
  • Zeitersparnis bei regelmäßiger Nutzung, durchgehend gepflegte Hunde
  • "wohnzimmertauglich", keine losen Haare im Raum, wird alles direkt aufgesaugt

die Nachteile:

  • der Staubsauger und das Sauggeräusch könnte einzelne Hunde irritieren
  • einmalig hohe Anschaffungskosten
  • viele Besucher im Haus, die alle mal die Maschine sehen wollen ;)

2007-01-01-Karhia-014-960x1280Mein Fazit:
Die Erfindung dieser Trimmmaschine war längst überfällig, ein nützliches Hilfsmittel sowohl für den privaten Hundehalter als auch für den professionellen Groomer. Die hohen Anschaffungskosten relativieren sich schnell über Zeitersparnis und Arbeitserleicherung. Sie macht nichts von selbst, bei der Benutzung muß man schon etwas Gefühl für die Fellstruktur des Hunden haben. Etwas nervig ist der dauerhaft parallel laufende Staubsauger, aber den kann man auch über einen langen Schlauch im Nebenraum platzieren, die Hunde gewöhnen sich schnell daran. Und auch ich habe mich schon in kurzer Zeit so an das Arbeiten mit der Trimmmaschine gewöhnt daß ich sie nicht mehr missen möchte.

 

 

 

 

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